Belgien im Krieg / Ereignisse

Der "Vorfall" in Mechelen-aan-de-Maas

Thema - Militärgeschichte

Verfasser : Colignon Alain (Institution : CegeSoma)

Am 10. Januar 1940, mitten im Winter '39-40', musste ein kleines deutsches Militärflugzeug vom Typ "Taîfun", das offenbar im Nebel verloren ging und das belgische Limburg überflog, in Vucht, einer Stadt in der Nähe von Mechelen-aan-de Maas (heute Maasmechelen), eine Bruchlandung machen. Es ist 11 Uhr 30 morgens. Die Landung ist hart und das Flugzeug beschädigt. Zwei Offiziere - die Majore Erich Hoenmanns und Helmut Reinberger - standen unter Schock, konnten sich aber aus den Trümmern befreien. Unter Verstoß gegen die deutschen Sicherheitsmaßnahmen hatten sie sehr "sensible" Dokumente bei sich: die Befehle für die 2. Luftflotte und die 7. Fliegerdivision im Falle einer Invasion Belgiens. 

Die Maas und nicht ... der Rhein.

Als sie zu ihrer Bestürzung feststellten, dass sie Rhein und Maas verwechselt hatten und sich nicht mehr auf dem Reichsgebiet befanden, versuchten sie, die Dokumente in Brand zu stecken. Zu spät! Beide Offiziere wurden in vollem Einsatz verhaftet und von den Männern von Hauptmann Arthur Rodrique, der 2. Radfahrer-Eskadron (13. Infanteriedivision), abgeführt. Die fraglichen Pläne waren teilweise verbrannt, aber noch brauchbar und wurden der belgischen zweiten Sektion zur Analyse übergeben.  Dort wurden sie untersucht, und nachdem man sicher war, dass es sich nicht um eine deutsche Provokation handelte, kam man ab dem 11. Januar zu dem Schluss, dass ein deutscher Angriff unmittelbar bevorsteht. General - Major Van Overstraeten informierte den König und ließ von französischen und englischen Geheimdienstagenten eine Synthese der Inhalte erstellen ... ohne zu sagen, woher die Informationen stammten.  

Am 12. und 13. Januar traf die belgische Armee zusätzliche Vorsichtsmassnahmen, konzentrierte mehrere Einheiten auf die bedrohten Orte und rief die beurlaubten Soldaten zusammen. Mit diesen Signalen wollte sie dem potentiellen Feind deutlich machen, dass ihre Pläne entdeckt worden waren. Doch Generalstabschef Van den Bergen ging ein wenig zu weit und öffnete die Grenze im Süden für die französischen Truppen. Eine französische Reiterkolonne rückte in das Dorf Muno vor ... wurde aber gebeten, umzukehren! In hohen Kreisen galt dies als übereilte Entscheidung, die König Leopold "entblößen" konnte, und General Van den Bergen wurde sanktioniert: Am 31. Januar musste er Generalmajor Michiels Platz machen. Die deutsche Invasion vom Januar 1940 würde schließlich nicht stattfinden. Sie war für den 20. geplant, wurde aber wegen der starken Schneefälle auf den Frühling verschoben. Dieser erneute Aufschub gab den Nazis die Gelegenheit, ihre Pläne weiter zu verfeinern. 

Bibliographie

André BIKAR, Les documents allemands saisis par les Belges à Mechelen-sur-Meuse, le 10 janvier 1940, dans Revue internationale d’Histoire militaire, n°29, 1970, pp.893-948.

Eric SIMON, Mechelen-aan-de-Maas 10/01/1940-10/01/2010. (70e commémoration d’un événement controversé), dans  Bulletin d’information du C.L.H.A.M. , n°121 de janvier-mars 2010, pp. 13-43.

Jean VANWELKENHUYZEN, L’armée belge dans les deux guerres mondiales : l’alerte de janvier 1940 (Texte inédit), CDH, Carton A, Farde2, sous-farde III C, Document 27. 

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