Die Gruppe G ist eng mit der "Université Libre de Bruxelles" verbunden. Ohne ein zahlenmäßig großes Netzwerk von Kämpfern, dafür aber mit Studenten, Absolventen und Professoren besetzt, ist die Gruppe G darauf spezialisiert sich effizient in die deutsche Kriegsmaschinerie einzuschleusen. Noch mehr als andere Widerstandsgruppen verbindet sie technisches Know-how, Teamgeist und Vertrauen mit einem Hauch Elitismus.
Aus dem Kreis der Université Libre de Bruxelles
Die Gründung der Gruppe fiel mit dem Fallschirmabsprung über Belgien des liberalen Brüsseler Anwalts André Wendelen im Januar 1942 zusammen. Im Auftrag der Special Operations Executive, des britischen Geheimdienstes der für Operationen auf dem Kontinent zuständig war, wurde Wendelen entsendet, um ein Sabotagenetzwerk im besetzten Belgien aufzubauen. Nach seiner Ankunft nimmt Wendelen Kontakt zu seinen jungen liberalen und sozialistischen Freunden aus der Sektion "Freie Forschung" der Université Libre de Bruxelles (ULB) auf, die seit Beginn der Besatzung zusammenhelfen, ein "Wachsamkeitskomitee" an der ULB zu gründen. Aus dieser Initiative entstand der Hotton-Dienst, der 1944 durch Sabotage- und Guerilla-Aktionen im Auftrag der Geheimarmee eine große Rolle spielte.

Urheberrechte : CegeSoma
Ursprüngliche Legende : ULB
Sabotageexperten

Ursprüngliche Legende : Jean Burgers (1917-1944)
Die von Wendelen initiierte Bewegung nahm unter der Führung des Brüsseler Ingenieurs Jean Burgers allmählich Gestalt an. Seit dem Frühjahr 1943 gut organisiert, nutzte die Bewegung den zweiten Fallschirmabsprung von Wendelen im August desselben Jahres, der sie mit Geld und Material versorgte, um eine groß angelegte Kampagne zu starten. Um den Feind effektiv zu treffen, ohne Vergeltungsmaßnahmen zu provozieren oder irreversible Schäden zu verursachen, organisier die Gruppe G systematisch Angriffe auf Eisenbahnen, Binnenwasserstraßen und Energieversorgung. Diese Sabotageaktionen betrafen vor allem den Hennegau, das wallonische Brabant und die Provinz Lüttich. Der größte Erfolg war zweifellos die fast gleichzeitige Außerbetriebnahme von 28 Hochspannungsmasten im Januar 1944. Diese Aktion beraubte viele Unternehmen um produktive Arbeitsstunden, nicht nur in Belgien, sondern auch im Rheingebiet.
Ein unerbittlicher Kampf
Trotz begrenzter Materiallieferungen aus dem Ausland - zwischen März und August 1943 wurden 113 Kisten mit material abgeworfen - und vor allem Repressionen, die 20 % ihrer Mitglieder betrafen, darunter auch ihren Anführer Jean Burgers, der im März 1944 verhaftet wurde, setzte die Gruppe G ihre Mission bis zur Ankunft der Alliierten fort und intensivierte ihre Sabotage des Eisenbahnnetzes ab der Landung in der Normandie. Für die Sicherheit ihrer Mitglieder musste die Gruppe Verräter eliminieren und Requisitionen durchführen, um das Überleben der Untergrundbewegung zu sichern. Fest verankert im französischsprachigen Teil Belgiens, aber auch in der Provinz Antwerpen, trug diese eher kleine Bewegung (ca. 4.000 Mitglieder) im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Befreiung des Landes bei, insbesondere durch die Verhinderung der Zerstörung einer Reihe von Brücken.

Ursprüngliche Legende : Le Groupe G pratique de nombreux sabotages ferroviaires. Ce mouvement peut notamment s’appuyer sur la compétence des cheminots qui forment l’ossature du sous-groupe CF25, comme en témoigne ce sabotage particulièrement bien réussi.
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Ursprüngliche Legende : Equipe du Groupe G (Zone 1) près de Rochefort au sortir du maquis (9/9/1944). Au centre : Walter de Sélys-Longchamp (chef de zone) de gauche à droite : Marie-France Wirth, 3 militaires américains, Jacques Bellière, Annie de Sélys-Longchamp, Jean Tilot, René Evalenko, Jean-Louis Servais, André Van der Straeten-Waillet.
Bibliografie
Beeken, A.L.A., Message pour Philomène, Bruxelles, Editions du Métro, 1948.
Gotovitch, José, « Les multiples résistances universitaires » in Despy-Meyer Andrée, Dierkens Alain et Scheelings Frank, 25.11.1941. L’Université libre de Bruxelles ferme ses portes, Bruxelles, Archives de l’ULB, 1991, pp. 153-165.
Ugeux, William, Le ‘Groupe G’ (1942-1944). Deux héros de la résistance : Jean Burgers et Robert Leclercq, Paris/Bruxelles, Elsevier Sequoia, 1978.