Belgien im Krieg / Artikel

Heimattreue Front

Thema - Kollaboration

Verfasser : Brüll Christoph (Institution : ULG)

Die Heimattreue Front (HF) war eine politische Partei in den Ostkantonen, die für die Rückgliederung Eupen-Malmedy-Sankt Viths nach Deutschland eintrat. Sie entstand 1935 als Nachfolgerin der Christlichen Volkspartei (CVP). Während ihre Vorgängerin eher im katholischen Milieu angesiedelt war, zeigte die Organisation der HF deutlich die Anpassung an die NSDAP.

Mehr noch als die CVP wurde die HF von deutschen Stellen finanziert und gesteuert. Im Wahlkampf von 1936 rief die HF, die ihre Organisation noch nicht beendet hatte, zur Stimmenthaltung auf. Bei den Parlamentswahlen vom 2. April 1939 erhielt sie 45,2 Prozent der Stimmen in den drei Kantonen. Während die Nähe der HF-Führung zum Nationalsozialismus unbestreitbar ist, betont die Forschung auch ihren Charakter als Sammelbecken für sämtliche Wähler, die dem „alten“ Vaterland hinterher trauerten. Nach der Annexion vom Mai 1940 wurde die HF in die NSDAP überführt, wobei nur wenige HF-Führer wichtige Ämter in der neuen Verwaltung erhielten.

Bibliographie

Mennicken, David. Die Heimattreue Front 1936-1940. Geschichte Der « Heim-Ins-Reich »-Bewegung in Eupen-Malmedy. Aix-la-Chapelle: AixPress, 2016.

Pabst, Klaus. “Eupen-Malmedy in Der Belgischen Regierungs- Und Parteienpolitik 1914-1940.” Zeitschrift Des Aachener Geschichtsvereins 76 (1964): 205–515.


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