Belgien im Krieg / Artikel

Verteidigung - Deutsche Justiz

Thema - Justiz

Verfasser : Roden Dimitri (Institution : ERM)

Belgische Anwälte, die Verdächtige vor deutschen Kriegsgerichten im besetzten Gebiet betreuen, müssen immer wieder feststellen, dass deutsche Interessen Vorrang vor dem Recht auf Verteidigung haben. Ein Strafverteidiger darf seinen Mandanten in der Regel erst sehen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind und sich die Vorwürfe erhärten. Außerdem findet die Anhörung im Gefängnis immer unter Aufsicht eines vereidigten Dolmetschers statt und darf in der Regel nur eine Viertelstunde dauern.

Sobald die Besatzungsmacht ein Strafverfahren eingeleitet hat, wird der Anwalt versuchen, die Erlaubnis zu erhalten, seinen Mandanten während des Prozesses zu unterstützen. In der Verhandlung hat der Strafverteidiger kaum eine andere Wahl, als auf mildernde Umstände zu plädieren.

Da es keine Möglichkeit gibt, gegen das Urteil eines deutschen Kriegsgerichts Berufung einzulegen, versuchen die meisten Anwälte nach der Verhandlung, die Strafe durch ein Gnadengesuch zu mildern.

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Institution : CegeSoma
Sammlung : Archives de l'instruction judiciaire concernant von Falkenhausen et Reeder
Urheberrecht : CegeSoma
Legende des Ursprungs : Brief van advocaat Fred. Eickhoff, 12/05/1943.

Bibliographie

Eickhoff, Freddy. “La Répression Nazie.” In Héros et Martys. 1940-45. Les Fusillés, 108–15. Bruxelles: Rosez, 1947, p. 108-115.

Lohest, Cassian, and Gaston Kreit. La Défense Des Belges Devant Le Conseil de Guerre Allemand. Liège: Vaillant-Carmanne, 1945.

Roden, Dimitri. “"In Naam van Het Duitse Volk!” Het Duitse Krijgsgerecht En de Openbare Orde in Bezet België (1940-1944).” Ph.D. Thesis, Universiteit Gent, 2015.


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