Belgien im Krieg / Artikel

Frauen im Widerstand

Thema - Widerstand

Verfasser : Maerten Fabrice (Institution : CegeSoma)

Wachsendes Engagment

In den ersten zwei Jahren der Besatzung zeigen die Frauen ihren Patriotismus bei Straßendemonstrationen gegen die Besatzer, aber in klandestinen Gruppen und Netzwerken schienen sie als solche kaum vertreten zu sein. Sie waren vor allem an der Verteilung von Schmuggelware, als Kuriere in den Nachrichtendiensten und als Unterschlupfgeberinnen oder Leiterinnen in den Fluchtnetzen beteiligt. Die Verschärfung des Kampfes und der deutschen Repressionen ab der zweiten Hälfte des Jahres 1942 führte zu einer erhöhten Beteiligung.

Promptes à manifester leur patriotisme lors des manifestations publiques organisées contre l’occupant pendant les deux premières années de guerre, les femmes paraissent assez peu nombreuses à participer alors aux mouvements et réseaux clandestins. On les retrouve surtout à cette époque comme agents de diffusion de la presse clandestine, courrières dans les services de renseignements, ou hôtes et guides dans les filières d’évasion. L’intensification de la lutte et de la répression allemande à partir du second semestre 1942 les conduisent à s’investir en plus grand nombre.

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Institution : CegeSoma
Urheberrecht :
Legende des Ursprungs : Brüssel, 11. November 1940. Hommage an den Unbekannten Soldaten

Eine diskrete und unterschätzte Rolle

In den Jahren 1943 und 1944 wurden die Kontakte innerhalb und zwischen den Gruppen und die Notwendigkeit von "Unterstützungsaufgaben" in der Tat immer wichtiger, vor allem in den Organisationen, die den bewaffneten Kampf aufnahmen und in den Organisationen die den vom Naziregime verfolgten Menschen Hilfe leisteten. Frauen übernahmen nicht nur eine Art tragende Rolle in ihren Familien, auch der Widerstand rekrutierte sie nun häufiger, weil sie in den Augen der Besatzer nicht als verdächtig galten. Da sie in Deutschland nicht (mehr) zur Zwangsarbeit einberufen wurden, galten sie schnell als harmlos, da sie sich nur um die Versorgung ihrer Familien kümmern mussten. Selbst wenn sie verhaftet wurden, entgingen sie einer harten Strafe: Die Todesrate lag bei 2 bis 3 %. Sie wurden vom Besatzer wahrscheinlich als Untergebene betrachtet und nahmen kaum an bewaffneten Aktionen teil.

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Institution : CegeSoma
Legende des Ursprungs : La Libre Belgique clandestine.Photo prise en 1944 dans l'imprimerie clandestine, 87, rue St. Gilles à Liège, et développée après la libération. (don Goffart - Bruxelles)

Eine kleine Minderheit

résistante, septembre 1944
Institution : CegeSoma
Sammlung : Libération de Bruxelles par les Alliés
Urheberrecht : CegeSoma
Legende des Ursprungs : Devant la Bourse, une résistante FI (M.P. et Solidarité)

Junge Frauen unter dreißig scheinen am aktivsten gewesen zu sein, meist unverheiratet oder verheiratet und ohne Kinder. Grundsätzlich gingen sie auch einem Beruf nach, der eine minimale Ausbildung erforderte. Diese Daten, die auf individuellen Nachkriegs-Anerkennungsdateien basieren, übersehen möglicherweise eine andere Art von Widerstandskämpferin. Es ist wahrscheinlich dass viele ältere Frauen im Schatten ihrer Ehemänner am Widerstand teilnahmen ohne aufzufliegen. Obwohl nach offiziellen Angaben nur 15% der Widerständler Frauen waren (ca. 30.000 Personen), kann man jedoch davon ausgehen, dass mehr an dem klandestinen Kampf teilnahmen. Abschließend stellte diese jedoch nur eine kleine Minderheit der weiblichen Bevölkerung dar.

Emanzipation kleinen Ausmaßes

Allgemein strebten diese Widerstandsfrauen nicht nach einer veränderten und noch weniger nach einem anderen, emanzipierten Platz in dieser Gesellschaft. Aber Männer und Frauen stellten sich der Besatzungsgefahr gemeinsam, und das Verhältnis zwischen den beiden Geschlechtern war "gleichberechtigter" als im normalen Leben was dazu führte, dass die Frauen einen anderen Blick auf den Geschlechterkontext hatten. Hinzu kommt, dass die Widerstands-Umstände die Frauen dazu brachten das private Leben, in das sie normalerweise eingesperrt waren, hinter sich zu lassen. Einige von ihnen wurden nach dem Krieg eine Person des öffentlichen Lebens. Ihre Teilnahme daran währte aber meist nur kurz, weil ihre spezifischen Kriegserfahrungen "klein" waren. Die neuen Werte die sie damit verbanden, erwiesen sich als schwer übertragbar auf die Gesellschaft.

Bibliographie

Celis, Karen & Godfroid, Anne, Femmes et guerre 16e -20e siècle : dossier accompagnant l’exposition aux Archives générales du Royaume, Bruxelles (20 novembre 1997 – 28 février 1998), Bruxelles, Archives générales du Royaume, 1997.

Debruyne, Emmanuel, « Les femmes dans les services de renseignements belges », in : Femmes et résistance en Belgique et en zone interdite (1940-1944), Villeneuve d'Ascq / Bruxelles : Université Charles-de-Gaulle Lille 3, Institut de recherches Historiques du Septentrion / CEGES, 2007, p. 45-55.

Maerten, Fabrice, « La Résistance, facteur d’émancipation des femmes ? Le cas du Hainaut », in : Cahiers d’Histoire du Temps présent/Bijdragen tot de Eigentijdse geschiedenis, n°4, 1998, p. 173-206, https://www.journalbelgianhist....


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