Belgien im Krieg / Artikel

Neue Ordnung

Thema - Kollaboration - Justiz

Verfasser : De Wever Bruno (Institution : UGent)

Allgemeine Bezeichnung für einen Gedankenfluss und Organisationen während der Zwischenkriegszeit, die die parlamentarische Demokratie durch ein autoritäres politisches System mit einem starken Führer und einer selbsterklärten politischen Elite an der Leitung ersetzt sehen möchten.

Gegen die Massendemokratie

Die Demokratisierung des Wahlsystems erntet bereits vor dem Ersten Weltkrieg Kritik bei Menschen, die der Meinung sind, dass die Masse nur schlechte politische Führung hervorbringen kann. In Belgien stimuliert die Einführung des männlichen allgemeinen einfachen Stimmrechts im Jahr 1919 und die dadurch zugenommene Macht der Parti Ouvrier Belge (POB – Belgische Arbeiterpartei) eine Zurückweisung des demokratischen Systems. Die Kritik ist besonders stark bei konservativen Katholiken und belgischen Nationalisten. Ein Teil von ihnen kommt in den Bann der Ideen von Charles Maurras, Benito Mussolini und anderen faschistischen Ideologen aus der romanischen Welt. Auch der flämische Nationalismus beherbergt Anhänger der Neuen Ordnung nach dem Modell des deutschen Nationalsozialismus. In den glücklichen 1920er Jahren handelt es sich um eine Minderheit.

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Institution : CegeSoma
Sammlung : Sipho
Urheberrecht : CegeSoma
Legende des Ursprungs : Kerstfeest gevierd op 21/12/1941 in het Paleis voor Schone Kunsten, Brussel door de Waffen-SS, de Algemeene SS-Vlaanderen, het Vlaamsch Legioen en het Vlaamsch Nationaal Verbond. Algemeen aanblik. [22/12/1941] [Frei gegeben durch zensur]

Regimekrise in den 1930er Jahren

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Institution : CegeSoma
Urheberrecht : Droits Réservés
Legende des Ursprungs : Non légendée

Die Krise der kapitalistischen Weltwirtschaft verschafft dem Gedankengut der Neuen Ordnung ab 1929 einen Aufschwung. Léon Degrelle ist mit seinem rechtspopulistischen Rex ein Exponent davon. In Flandern positionieren sich der „Verbond van Dietse Nationaalsolidaristen“ (Verdinaso) und der „Vlaams Nationaal Verbond“ (VNV) als ausgesprochene Anhänger der Neuen Ordnung. Sie möchten das Parlament durch Körperschaften ersetzen, die aus Abgeordneten der Berufssektoren zusammengesetzt sind. Auch in der katholischen Kirche und Partei, der „Belgischen Arbeiterpartei“ und in Arbeitgeberkreisen gibt es Kritiker der parlamentarischen Demokratie. Sie streben ein autoritäres und korporatistisches System unter Leitung von König Leopold III. an, der der demokratischen Beschlussbildung ebenfalls skeptisch gegenübersteht.

Die nationalsozialistische Ordnung während der Besatzung

Obwohl die militärische Besatzungsverwaltung keinen politischen Auftrag hat, beginnt sie doch mit der Umgestaltung der Gesellschaft in nationalsozialistischem Sinn. Dies impliziert die Abschaffung aller demokratischen Beratungsgremien, die Einführung des autoritären Führerprinzips und die sogenannte ‚Gleichschaltung‘ der Gesellschaft, was faktisch das Monopol des Nationalsozialismus impliziert. In der Wirtschaft werden Betriebskorporationen gegründet. Der Besatzer bevorzugt anfänglich flämisch und deutsch gesinnte Befürworter einer neuen Ordnung in Folge der von Hitler befohlenen Flamenpolitik.  Belgisch-nationalistische Befürworter einer neuen Ordnung findet man sowohl im kollaborierenden Rex als auch im Widerstand gegen die Besatzer.

Bibliografie

De Wever, Bruno. “Catholicism and Fascism in Belgium.” In Clerical Fascism in Interwar Europe, edited by Matthew Feldman, Marius Turda, and Tudor Georgescu, 131–39. London: Routledge, 2008.

De Wilde, Maurice. België in de Tweede Wereldoorlog. Deel 3: De Nieuwe Orde. Kapellen: Pelckmans, 1982.

Luyten, Dirk. “Ordre Nouveau.” In Dictionnaire de La Seconde Guerre Mondiale En Belgique., edited by Paul Aron and José Gotovitch, 306–10. Bruxelles: André Versaille, 2008.


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