Belgien im Krieg / Artikel

Angriffe des Widerstands

Thema - Justiz

Verfasser : Maerten Fabrice (Institution : CegeSoma)

Zunächst seltene Gewalttaten, die aus politischen Gründen gegen den Besatzer oder Kollaborateure verübt wurden, vervielfachten sich ab Sommer 1942, trotz der immer heftigeren deutschen Repression. Diese Angriffe betrafen hauptsächlich diejenigen, die mit dem Feind in Verbindung stehen.

Der Besatzer bleibt relativ verschont

Die Kommunistische Partei und insbesondere ihr bewaffneter Arm, die Partisanen, sind für diese Form der Gewalt (größtenteils) während der Besatzungszeit verantwortlich. Sie werden dabei nur selten direkt auf den Besatzer zielen. Ihre einzige größere Angriffskampagne gegen den Besatzer beginnt im Dezember 1942, endet aber im darauf folgenden Monat.

Die schwere deutsche Repression mit ihren häufigen Verhaftungen und Todesurteilen nach Verurteilung oder der Geiselnahme vieler Partisanen und anderer Sympathisanten der Kommunisten war zweifellos ein zu hoher Preis, den es zu zahlen galt.

Ab Ende 1943 nimmt die Zahl der Angriffe des Widerstands gegen die Deutschen wieder zu, bleibt aber meist auf wenige Fälle pro Monat beschränkt.

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Institution : AGR-CegeSoma
Sammlung : Photos des archives de la police judiciaire de Bruxelles en rapport avec les attentats, les sabotages et les vols ("Attentats Occipation"), 1940-1944
Urheberrecht : Droits Réservés
Legende des Ursprungs : Non légendée
Legende des Ursprungs :

Die Kollaborateure, prominente Ziele

Die Gewalt gegen all jene, die sich auf die Seite der Besatzer stellen, manifestiert sich schneller und breitet sich vor allem weiter aus. Sie begann 1941 mit dem Tünchen von Fassaden und dem Zerschlagen von Fenstern, ging ab 1942 in Bombenangriffe auf Gebäude und ab dem Sommer desselben Jahres in Morde über. Die Verfolgung von Gewalt gegen Belgier, die nicht direkt für den Besatzer arbeiteten, lag in der Regel in der Verantwortung der Behörden des besetzten Landes. Doch das relative Wohlwollen der belgischen Justiz schockiert die Kreise der Kollaborateure. Sie drohen den Besatzungstruppen mit dem Entzug ihrer Zusammenarbeit, wenn sie die Täter nicht streng bestrafen.

Die deutsche Militäradministration zögert mangels Personal weiterhin diese Fälle selbst in die Hand zu nehmen. Ab Herbst 1943 nimmt die Zahl der Widerstandsangriffe gegen Belgier weiter zu, und im Sommer 1944 wurden sie sogar zu einer täglichen Erscheinung. Die Besatzungsstreitkräfte waren verpflichtet, diese Angriffe, die den deutschen Interessen schadeten, nicht nur strenger zu bewerten, sondern ab April 1944 auch alle bewaffneten Gewaltakte zu verfolgen.

Während der Besatzung wurden insgesamt etwa 850 Kollaborateure durch die Kugeln der Partisanen oder, insbesondere ab Frühjahr 1944, von anderen Gruppen des bewaffneten Widerstands getötet.

Bibliographie

Laplasse, Jan, and Karolien Steen. “Het Verzet Gewogen: Een Kwantitatieve Analyse van Politieke Aanslagen En Sabotages in België, 1940-1944.” Cahiers d’Histoire Du Temps Present, no. 15 (2005): 227–60.

Roden, Dimitri. “"In Naam van Het Duitse Volk!” Het Duitse Krijgsgerecht En de Openbare Orde in Bezet België (1940-1944).” Ph.D. Thesis, Universiteit Gent, 2015.

Vrints, Antoon. “Patronen van Polarisatie. Homicide in België Tijdens de Tweede Wereldoorlog.” Cahiers d’Histoire Du Temps Présent/Bijdragen Tot de Eigentijdse Geschiedenis, no. 15 (2005): 177–204.

Zurné, Jan Julia, Tussen twee vuren. Gerecht en verzet tijdens de Tweede Wereldoorlog, Lannoo Tielt 2017.


Um mehr zu erfahren...

32785.jpg Artikel Konflikte zwischen Magistratur und Besatzungsmacht Zurné Jan Julia
27753.jpg Artikel Verbrechen des Widerstands Zurné Jan Julia
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